Endlich Tacheles Film
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Warum wir diesen Film machen

Wir sind überzeugt: Es braucht heute neue Erinnerungsformen.

ENDLICH TACHELES! wird jungen Leuten einen emotionalen Zugang zur Geschichte des Holocausts ermöglichen und ihnen einen Impuls geben, sich damit zu beschäftigen. Die letzten Zeitzeugen der Shoah sterben, und Lehrbücher allein reichen nicht, um die Erinnerung wach zu halten. Yaar mit seinem Spiel und wir mit unserem Film gehen einen Schritt in eine neue Richtung.

Unsere Protagonisten sind jung, witzig und mutig. Ihre Ansichten sind streitbar und werfen aktuelle Fragen auf: Was hat der Holocaust heute noch mit mir persönlich zu tun? Wie gehe ich damit um, dass meine Vorfahren Opfer bzw. Täter waren? Und was ist der Unterschied zwischen Schuld und Verantwortung? Jeder einzelne von uns ist mit diesem Teil der Geschichte verbunden, egal wie gut wir die Geschichten unserer Eltern, Großeltern und Urgroßeltern kennen. 

Gerade die junge Generation werden wir mit diesem Film erreichen, weil Yaar einer von ihnen ist, ihre Sprache spricht. Wir planen Vorführungen an Schulen und Bildungseinrichtungen. ENDLICH TACHELES! ist ein Projekt gegen das Vergessen, das den Holocaust für die Generation der Enkel erzählt.

Die Geschichte

Yaar ist in Israel geboren und in Deutschland aufgewachsen. Das Judentum und die Geschichte der Großeltern sind für ihn weit weg. Seine Oma Rina überlebte das KZ Plaszow und musste sich monatelang vor der Gestapo verstecken. Was mit ihr in dieser Zeit geschah, hat sie nie erzählt. Yaars Vater Ilei, der zwanzig Jahre nach dem Krieg geboren wurde, leidet bis heute am Holocaust. Yaar wirft ihm vor, er habe sich in der Opferrolle eingerichtet.

Dann wird Yaar auf offener Straße mit einem Messer angegriffen, weil er Jude ist. Zum ersten Mal fühlt er sich selbst als Opfer. Eine Rolle, aus der er schleunigst raus will. Und er hat eine Idee: Mit dem Computerspiel „Als Gott schlief“ will er den Holocaust auf eine Weise thematisieren, wie es Geschichtsunterricht nicht vermag. Vor allem möchte er damit seine eigene Geschichte in die Hand nehmen. Zuerst besucht Yaar seine Oma in Israel und will wissen, was passierte, als sie und ihr kleiner Bruder von der Gestapo entdeckt wurden. Doch die Oma schweigt.

In seinen Freunden Sarah und Marcel findet er Mitstreiter für die Entwicklung seines Computerspiels. Yaar macht seine Oma Rina zum Vorbild für die junge Jüdin im Spiel. Zusammen mit den Freunden besucht er Rinas Geburtsort Krakau, wo er ein furchtbares Familiengeheimnis aufdeckt.

Aus Spiel wird Ernst. Die drei Freunde erkennen, was die Ereignisse der Vergangenheit mit ihnen selbst zu tun haben – als Enkel der damaligen Opfer und Täter. Eine schmerzhafte Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte beginnt, die auch die Beziehung zwischen Vater und Sohn verändert. Yaar muss zwischen dem Trauma der Generationen vor ihm und seinem Anspruch auf ein unbelastetes Leben seinen eigenen Weg finden.

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Der Protagonist

Warum ich der unjüdischste Jude der Welt bin? Fangen wir damit an, dass ich nicht beschnitten bin. Wir haben nie die Feste gefeiert, nie kosher gegessen. Meine Freundin ist Deutsche. Ich weiß nichts über das Judentum,  kenne nicht mal das Gebet, das an Shabat gesprochen wird. 
 
Und trotzdem war ich in der Schule manchmal die Judensau.
Yaar ist ein phantasievoller 21-jähriger, der davon träumt, irgendwann den neuen Star-Wars-Film zu drehen. Dass er als Sohn einer jüdischen Familie in Israel geboren wurde, spielte für ihn lange keine Rolle.

Der Vater ist sein großes Vorbild. Doch je älter Yaar wird, desto so mehr wird ihm bewusst, dass sein Vater leidet. Warum, das versteht er nicht, nur dass es mit der Familiengeschichte zu tun hat. Aus Angst, von dem Thema verschlungen zu werden, lehnt Yaar alles Jüdische ab und rebelliert gegen seinen Vater.

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Was ich mit dem Judentum verbinde? Eigentlich nur Leid und Tod, das ist es, was ich damit verbinde. Ich bin ein neues Kind in dieser Welt. Warum soll ich unter Sachen leiden, die meine Großeltern oder meine Eltern durchgemacht haben? Das ist unfair.

Als Yaar entscheidet, sich für diesen Film mit der Kamera begleiten zu lassen, ist er bereit, sich seinem Erbe zu stellen – mit allen – auch schmerzhaften – Erfahrungen, die das mit sich bringt. Er begibt sich auf eine Reise, die ihn am Ende seinen Wurzeln näher bringt.

 

Irgendein Autor hat gesagt, wir können nirgendwo hingehen ohne zu wissen, wo wir herkommen. Es ist Zeit zu wissen, wo ich herkomme, damit ich irgendwo hingehen kann. Meine Tasche ist gepackt, mit Stock und Pausenbrot. Aber es ist noch was da, was mich zurückhält. Die Geschichte ist so über mich gestülpt, wie ein dunkler Mantel. Ich möchte ihn ablegen und Frieden schließen.
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Drei Generationen

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Als Yaars Großmutter Rina und sein Großvater Moshe sich nach dem Krieg begegneten, waren beide schwer traumatisiert. Rina wurde als Kind in einem großen Kochtopf aus dem KZ Plaszow bei Krakau geschmuggelt. Moshe hat Auschwitz und den Todesmarsch überlebt. Beider Familien waren bis auf wenige Ausnahmen ausgelöscht. In Israel begannen sie ein neues Leben, bekamen zusammen drei Kinder. Äußerlich versuchten sie zu funktionieren, doch es fiel ihnen schwer, Gefühle zuzulassen und ihren Kindern Geborgenheit zu geben.
Ilei neu - Der Film
Ihr Sohn Ilei wurde als Kind oft Zeuge der Verzweiflung seiner Mutter. Noch zwanzig Jahre nach dem Krieg glaubte sie, die Gestapo klopfe an ihre Tür. Die Bilder und Erzählungen verfolgen Ilei bis heute. Um seine Kinder davor zu schützen, hat er sie von der Familiengeschichte und dem Judentum ferngehalten. Er ging mit seiner Familie nach Deutschland, wo Yaar weit weg von den Großeltern und ihren Erinnerungen an die schmerzvolle Vergangenheit aufwuchs.
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In der Verdrängung der Großeltern, dem Schweigen des Vaters, genau wie in der Rebellion des Enkels zeigen sich unterschiedliche Strategien der drei Generationen, die Vergangenheit zu verarbeiten – doch keiner kann ihr entfliehen. Und auch ohne Einzelheiten zu kennen, spürte Yaar doch sein Leben lang sein Familienerbe wie einen schweren Mantel auf den Schultern.

ENDLICH TACHELES! ist weit mehr als die Geschichte der Identitätsfindung eines jungen Juden in Deutschland – der Film ist das intensive Porträt einer Familie, in deren Leben der Holocaust bis heute Spuren hinterlässt.
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